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Zentrum für Psychotraumatologie

Das Zentrum für Psychotraumatologie ist ein Teil der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin.

Das Zentrum besteht aus der Kriseninterventionsstation und der Spezialambulanz in Haus 40 und arbeitet eng mit der Psychotherapiestation in Haus 5 oben und den übrigen diagnostischen und therapeutischen Einrichtungen unseres Hauses zusammen.

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Oberärztin Dr. med. Iris Kocher

Hintergrund für die Errichtung eines derartigen Spezialzentrums ist die Erkenntnis, dass die Mehrheit der Bevölkerung mindestens 1 mal im Leben mit einem potenziell traumatisierenden Erlebnis konfrontiert wird.

Bis zu 9 % der Betroffenen entwickeln das Vollbild einer posttraumatischen Belastungsstörung, weitere 13 % zeigen schwächer ausgeprägte Symptome.

Nachfolgend ein Überblick über die häufigsten traumatischen Ereignisse, das Störungsbild, die Therapie, Behandlungskonzept in der Stabilisierungsphase und in der Traumaexposition bzw. Integration und Neuorientierung.

Zu den häufigsten traumatischen Ereignissen zählen
  • Erlittene sexuelle Übergriffe in der Kindheit oder im Erwachsenenleben
  • Erleben oder Beobachten von Gewaltverbrechen
  • Erleben oder Beobachten eines schweren Unfalles
  • Erleben des plötzlichen Todes eines nahestehenden Menschen
  • Leiden an einer schweren Organkrankheit

Das Störungsbild ist geprägt von

  • massiven Ängsten
  • sich aufdrängenden, belastenden Gedanken und Erinnerungen an das Trauma (Flash-back, Intrusionen) oder Erinnerungslücken
  • Übererregungssymptomen (Schlafstörungen, Alpträume, Schreckhaftigkeit, vermehrte Reizbarkeit, emotionale Instabilität, Konzentrationsstörungen
  • Vermeidungsverhalten (Vermeiden von Reizen, die Erinnerungen an das Trauma verursachen)
  • emotionaler Taubheit (Teilnahmslosigkeit, Interessenverlust, allgemeiner Rückzug)
  • depressiver Verstimmung bis hin zu Suizidgedanken

Die drei Phasen der Therapie

  • Stabilisierung
  • Traumaexposition
  • Integration und Neuorientierung

Je nach Schweregrad der Erkrankung bietet sich eine ambulante Behandlung oder aber die Kombination ambulant / vollstationär / teilstationär an.
In Anpassung an die Bedürfnisse sowie der Belastbarkeit der Patienten müssen nicht alle drei Behandlungsphasen durchlaufen werden. Viele der Betroffenen finden sich nach der Stabilisierung wieder im Leben zurecht oder entscheiden sich für eine Intervalltherapie.

Behandlungskonzept in der Stabilisierungsphase

  • Ausführliche Diagnostik der Störung einschließlich Komorbidität
  • Umfassende Information und Aufklärung über das Krankheitsbild
  • Entwicklung eines individuellen Behandlungsplanes
  • Etablierung einer tragfähigen therapeutischen Beziehung
  • Verhaltenstherapeutisch oder tiefenpsychologisch orientierte Einzelgespräche
  • Imaginative Verfahren
  • Distanzierungstechniken
  • Skill-Training
  • Entspannungsverfahren (Biofeedback, progressive Muskelrelaxation)
  • Komplexes Angebot an Sporttherapie
  • Tai Chi
  • Reittherapie
  • Kreative Beschäftigungs- und Ergotherapie
  • Anwendungen in der Physiotherapie
  • Pharmakotherapie

Zusätzliche Behandlungsangebote in der Traumaexposition bzw. Integration und Neuorientierung

  • Mal- und Kunsttherapie
  • Musiktherapie
  • Körperwahrnehmung
  • EMDR-Behandlung

Eine Einweisung ist grundsätzlich über jeden niedergelassenen Arzt oder über unsere Institutsambulanz möglich.

Termine für Vorgespräche können nach telefonischer Voranmeldung vereinbart werden.

Ansprechpartner:
Krankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin
Am Sommerberg
97816 Lohr a.Main
Tel: BKH Zentrale 09352 503-0
Fax: 09352 503-20000
Oberärztin
Dr. med.
Iris Kocher
Fachärztin für Psychotherapie
Am Sommerberg
97816 Lohr a.Main
Tel: 09352 503-0

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